FK 06-Südring Selb - TSC Mainleus |
3 : 1 ( 1 : 0 ) |
|
FK 06-Südring Selb: Gebhardt Ralph - Koc Ali, Pöhler Carsten, Massalski Jörg, Schöberlein Jürgen,
Fischer Martin, Schöffel Matthias, Komma Petr, Kaspar Radek (ab 75. Schink René), Stocker Sven, Müller
Timo (ab 82. Groß Andreas)
|
|
TSC Mainleus: Tkotz Johannes - Seidel Christian, Wagner Dominik, Tschierske Karsten, Graß Matthias,
Lindner Michael (ab 68. Opel Klaus), Wiesemann Michael, Hahn Sebastian, Knaus Stefan, Sesselmann Stefan
(ab 70. Schelhorn Sven), Bergmann Thomas
|
|
Tore: 1:0 Müller Timo (34.); 2:0 Müller Timo (47.); 3:0 Graß Matthias (Eigentor, 60.); 3:1
Wiesemann Michael (89.)
|
| Zuschauer: 200 |
| Schiedsrichter: Czepluch/Hallstadt |
|
Gelbe Karten: - / -
|
|
Rote Karten: Pöhler Carsten (73. Minute), Stocker Sven (55. Minute) / -
|
Die einheimischen Zuschauer waren sich einig: Besser kann eine Fußballmannschaft nicht in
die Saison starten. Was die neu formierten Selber boten, war teilweise Bezirksligafußball auf
hohem Niveau gegen einen Gegner aus dem Kulmbacher Raum, der die Hausherren auch
wegen deren kompromissloser und stets sicher stehender Abwehr nie in Gefahr brachte. Timo
Müller hat seine Torjägerqualitäten in zwei entscheidenden Momenten erfolgreich eingesetzt
und hätte wohl auch den dritten Selber Treffer erzielt, doch dieses Amt nahm ihm der
Mainleuser Groß ab. Die beiden Wermutstropfen in Form von Roten Karten für Stocker und
Pöhler hätte eigentlich der Unparteiische trinken müssen, der auch mit zahlreichen anderen
zweifelhaften Entscheidungen oft daneben lag und eine völlig unnötige ,,Kartenorgie'', von
Zuschauerprotesten begleitet, veranstaltete und den FK 06 für die nächsten Runde erheblich
schwächte
Die Spielerkritik vorne weg: Torhüter Gebhardt hat von seiner früheren Form überhaupt noch
nichts verloren, reagierte bei einem Freistoß von Lindner in der Anfangsphase glänzend und
war bei Mainleuser Flanken stets ,,Herr im Raum'', auch mit den Fäusten und in Bedrängnis.
Fischer und Koc hatten die besten letztjährigen Mainleuser Torschützen Wiesemann und
Lindner jederzeit im Griff, ebenso wie sich der lauffreudige Massalski von Seidel nichts
vormachen ließ. Pöhler strahlte trotz Verletzung als Libero Sicherheit aus und griff im
richtigen Moment ein. Schöffel bot eine gute Partie sowohl im Abwehrverhalten aus auch in
der Offensive, dasselbe gilt für den mehr offensiv orientierten Schöberlein und ganz
besonders für die beiden Neuzugänge aus dem Nachbarland. Komma und besonders Kaspar
glänzten mit exzellenter Ballbehandlung und Ideenreichtum, und Letzterer setzte die
Glanzpunkte im Mittelfeld. Ihm müsste man auch den dritten Treffer zuordnen. Er scheint der
Mann zu werden, der das Selber Spiel führen und dirigieren kann. Hoffnung und Appetit auf
mehr machte diese Partie allemal. Die Sturmspitzen überzeugten vollends, denn der junge
Stocker war überall zu finden, entzog sich ständig der Bewachung und war von den
Mainleusern kaum zu fassen. Müller machte seinem Namen als Torjäger alle Ehre und
münzte drei Chancen in zwei Treffer um. Eine echte Torjägerquote! Und mit dem (fast)
wiedergenesenen Schink und dem Ex-Rehauer Groß stehen Trainer Mölter auch wieder
Alternativen zur Verfügung. Und da ist natürlich auch noch ,,Youngster'' Beck, der doch etwas
traurig die Kappel verließ, weil er bis zum Schluss zusehen musste.
Beide Teams schienen am Anfang voreinander gehörigen Respekt zu haben, doch die Selber
merkten rasch, dass dieser Gegner keineswegs diese Übermacht darstellte, wie sie manche
Medien vor der Serie prophezeit hatten. Den ersten Glanzpunkt setzte Stocker nach 25
Minuten, als er Sesselmann mit einer blitzschnellen Drehung aussteigen ließ, das Leder
jedoch an den Pfosten donnerte. Schöberlein zog volley aus 30 Metern ab (30.), aber
TSC-Keeper Tkotz rettete zum Eckball. Die optische Überlegenheit drückte sich dann auch
zahlenmäßig aus, als Stocker seinen Stürmerkollegen Müller in die ,,richtige'' Gasse schickte
und Letzterer den Gästetorhüter gekonnt zum 1:0-Führungstreffer verlud. Auch wenn die
Obermainer kurz vor der Pause kurzzeitig das Selber Gehäuse bedrängten, die heimische
Abwehr stand wie eine Mauer und geriet in keiner Phase in Verlegenheit.
Nach Wiederanpfiff setzten die Selber sofort energisch nach. Müller stieg unwiderstehlich
hoch und köpfte Schöffels Eckball schulmäßig zum 2:0 ein, bevor die Heimelf der erste
Schock traf. Als ein TSCler nach seinem Foul an Stocker diesen als Schauspieler beschimpfte,
antwortete der Selber (,,du Blinder'') entsprechend, und völlig überraschend zückte der
Schiedsrichter Rot. Da halfen auch alle (noch so berechtigten) Proteste von außen nichts. Aber
jetzt erst recht, dachten sich die Selber in Unterzahl: Der glänzende Techniker Kaspar zog auf
der linken Seite auf und davon, passte nach innen zum mitgelaufenen Müller, doch der
Mainleuser Groß nahm diesem die Arbeit ab und sandte selbst ein. Das Spiel war endgültig
gelaufen. Müller hatte sogar den vierten Treffer für sein Team auf dem Fuß, als er die
Lederkugel nach einem weiten Pass von Koc knapp über die Latte drosch. Schock Nummer
zwei folgte für die Selber mit dem Platzverweis für Pöhler, der auf eine Beleidigung von der
Mainleuser Bank mit dem berühmten Finger ,,antwortete''. Aber auch mit neun Spielern
verteidigte die Abwehr den Vorsprung gegen einen zunehmend hilflosen und harmlosen
Gegner souverän, auch wenn diesem kurz vor der Schlussminute der Ehrentreffer gelang.
Aber auf Grund der Leistung, freilich entscheidend von den hervorragend eingestellten
Selbern beeinflusst, hätte sich Mainleus nicht einmal diesen verdient. Doch dies tat der
großartigen Selber Leistung keinen Abbruch.
Der Selber Trainer Michael Mölter sah das Endresultat mit einem lachenden und einem
weinenden Auge. ,,Wir brauchen mehr Disziplin, denn wenn wir 3:0 führen, muss ein Spieler
auch einmal die Ohren zumachen können. Mit der spielerischen Leistung unserer
neuformierten Mannschaft bin ich zufrieden, und alle haben aufopferungsvoll gekämpft. Aber
weitere solche Undiszipliniertheiten werde ich nicht dulden.'' Ein besonderes Lob sprach er
Torhüter Ralph Gebhardt aus, und das völlig zu Recht.
(Bericht aus der Homepage von Selb)
|
|