Folge 40
Heute: Guttenbergzeiten, Schlechtenbergzeiten
Liebe Freunde der promovierten Bayreuther Akademiker,
Bären halten Winterschlafen. Eichhörnchen auch. Und natürlich auch der gesunde Menschenverstand. Und es kam, wie es kommen musste: Kaum, dass sich die ersten Krokeen* ihren Weg durch den nordostoberfränkischen Permafrostboden bahnen, schmelzen die Sympathien für unseren Fast-Kanzler KaTee** von der Guttenburg.
Besagter Blaublütiger hat doch tatsächlich bei seiner Doktorarbeit geschummelt. Das hat für schmerzgeplagte SG Fußballer zur Folge, dass sie künftig den örtlichen Doktor konsultieren müssen, wenn die Adduktoren mal wieder jucken. Guttenbörg ist jetzt ja bekanntlich kein Arzt mehr.
Für das gemeine Volk heißt das jedoch, dass es seines Heilsbringers beraubt wurde. Zeit also, den Sachverhalt aus einer qualifizierten Perspektive zu beleuchten. Zeit also für Papa Ratzifutz, sich der Thematik anzunehmen.
Eines vorneweg: In der Ratzifutzisches Ethik (ich habe hierzu bereits einen eigenen Lehrstuhl an der Uni Bayreuth beantragt) steht das Vergehen ‚Bewusster Unterschlag von Quellen beim Zitieren“ ungefähr auf einer Stufe mit ‚Fahrlässiges, aber geruchloses Pupsen in der Hamburger U-Bahn“.
Damit ist es immerhin gewichtiger als ‚So tun, als habe man nicht bemerkt, dass der Müll schon wieder voll ist‘. Dem Tatbestand ‚Umetikettieren von lauwarmen Meinel zu Scherdel‘ kann es aber noch lange nicht das Wasser reichen.
Doch eines sollten wir – bei allem gebührendem Respekt und der uns gegebenen Demut – niemandem durchgehen lassen: Das Tragen eines AC/DC T-Shirts trotz schmieriger Betonfrisur. Und das, liebe Leserinnen und Leser, ist ein Vergehen, für das sich unser Fast-ex-Kanzler noch nicht entschuldigen musste.
Ich fordere daher im Interesse aller demokratischen Kräfte, Herrn zu/von/auf/hinter/über/rechts neben der Guttenbürg, die Konsequenzen zu ziehen und sein AC/DC T-Shirt dem Verein altersschwacher Rockopas zu stiften. Dann können wir gerne über eine Rehabilitation und das Kanzleramt 2012 reden.
In diesem Sinne – viel Spaß und bis zum nächsten Heimspiel!
Ihr und Euer Papa Ratzifutz
* wenn die Mehrzahl von Kaktus ‚Kakteen‘ ist, dann sind mehrere Krokusse verdammt noch mal auch Krokeen
** nicht zu verwechseln mit ‚Kakteen‘
Folge 39
Heute: Es ist noch kein (Welt-) Meister vom Himmel gefallen…
Liebe Freunde der prominenten Peinlichkeiten,
unser schöner blauer Planet wird beglückt durch die unterschiedlichsten Typen von Menschen. Die meisten von ihnen werden unser Leben nie berühren. Viele von ihnen haben wir schon vergessen, nachdem wir sie gesehen haben. Wenige haben für immer einen Platz in unseren Herzen. Nur einer von diesen sechs Milliarden ist unsterblich, für immer konserviert durch ein Balsam der Peinlichkeit.
Die Rede ist vom Herzogenauracher Raumausstatter Lothar M., der einst auszog, die Fußballwelt zu erobern, was ihm, nebenbei bemerkt, auch gelang. Doch auch Weltmeister und Rekordnationalspieler kann man leider nicht gegen Naivität impfen.
Spätestens beim Amtsantritt in den vereinigten amerikanischen Emiraten begann dann auch der Abstieg (oder besser gesagt: der freie Fall). Zwar meinte unsere Frankenkanone noch mit dem ihm gottgegebenen Optimismus „I hope I have a little bit lucky“, aber da war wohl eher der Wunsch Vater des Gedanken. Es war vorauszusehen – wer sogar bei den Amis peinlich auffällt, muss etwas ganz besonderes sein.
Und seitdem scheidet sich unser Loddar munter durch den Ostblock und hinterlässt eine Spur immer jünger und reicher werdender Möchtegernmodels. Im Heckwasser des Sommerlochs darf auch noch Liliana aus Lubjana in Litauen in der Bildzeitung und bei RTL2 ihre Botox-geschwollene Nasolabialfalte in die Kamera halten und weinend Peinlichkeiten aus den gemeinsamen vier Ehewochen offenbaren.
Und unser Loddar? Macht natürlich verzweifelt das Spiel mit und reitet sich tolpatschig wie ein vierwöchiger, dreibeiniger und einhodiger Pekinesenwelpe immer tiefer in die verbale Pupswindel.
Die Trainerstationen unseres einstigen Aushängeschildes in Sachen Teutonenfußball verhalten sich dabei äquivaltent zu seinen Ehen: Laufend kürzer, laufend unbedeutender. Loddar ist nebenbei der einzige Trainer bis runter zur Kreisklasse, der noch nie eine Abfindungszahlung erhalten hat.
Im Auftrag des gesunden Menschenverstandes appelliere ich hiermit an Herrn Matthäus: Wer schon den Namen eines Evangelisten trägt, soll sich seiner Verantwortung gefälligst bewusst werden. Anlässlich seines bevorstehenden 50. Geburtstags habe ich daher beschlossen, ihm eine Gehirnwäsche zu schenken. Helfen wird mir dabei die Erfindung des wohl bedeutendsten oberfränkischen Matthäus: Das supertolle, schongebraute, herb-würzige Scherdel Pilsener, vor vielen Dekaden eingebraut durch den edlen Matthäus Scherdel.
Nach zehn Stück wird alles gut, Loddar. Ich weiß, wovon ich spreche.
In diesem Sinne – viel Spaß und bis zum nächsten Heimspiel!
Ihr und Euer Papa Ratzifutz
Folge 38
Heute: Top Kill stopft Sommerloch…
Liebe Freunde des aromatischen Badeöls,
eigentlich wollte ich mich während der Sommermonate in meine Sommerresidenz am Mönchrödener Baggersee zurückziehen. Bekanntlich glänzt der Sommer regelmäßig durch Abwesenheit irgendwelcher journalistisch verwertbarer Tatsachen.
Nicht so jedoch im Jahre des Herrn 2010 (für Nichtgläubige: Im Jahr 20 nach Gewinn des letzten WM-Titel). Während der Verfall des gesunden Menschenverstandes in den letzten Sommern scheinbar zu pausieren schien, so purzelt er im gegenwärtigen Azorenhoch munter bergab und reißt eine Ganze Lawine mit sich.
Ein Beleg dafür, dass die Menschheit auch in diesem Jahr wieder nix dazu gelernt hat, ist beispielsweise die Tatsache, dass sich sympathische junge Menschen ein kuscheliges Nest in Oberprex gebaut haben. Diese Leute, nennen wir sie mal „die Zivis Demjanjuks“, und ihre lustige Weltanschauung werden sicher gelegentlich an dieser Stelle nochmals aufgegriffen, spätestens im journalistischen Winterloch.
Global gesehen müssen die braunen Wirtshausbesitzer jedoch kurzzeitig einem Energiekonzern weichen, der aus dem Golf von Mexiko mal eben ein riesiges petrochemisches Salatdressing gemacht hat. Okay, kann ja mal passieren, dass täglich 100 x soviel Rohöl in ein empfindliches Ökosystem fließt, wie die Scherdel im ganzen Jahr Bier braut.
Beachtlich ist die Hilflosigkeit, mit der BP dabei agiert. Jeder Dreijährige baut einen Wassergraben um seine Sandburg, damit eine Sicherheitsreserve die Burg vorm Absacken bei Eintritt der Flut schützt. Jeder betrunkene Kärwabesucher zieht sich auf dem Heimweg vom Heinerle einen Helm auf, im Falle die Gattin wartet daheim mit dem Nudelholz zwecks gemeinsamer Feier des Zuspätkommens. Neulich habe ich sogar Menschen gesehen, die im Auto tatsächlich angeschnallt waren.
Zufällig wurden unserer Redaktion geheime Dokumente zugespielt, wie das Risikomanagement bei BP abläuft (dass Herr Obama einen alten Campingwagen am Mönchrödener Bagersee besitzt, ist reiner Zufall). Ich will Ihnen, geneigter Leser, diesen Dialog natürlich nicht vorenthalten (der besseren Verständlichkeit wegen ins Oberfränkische übersetzt):
„Servus Tony“ – „Servus Howard“ – „Des Rohr is hie.“ – “Welchs Rohr?” – “Des vo der Bladdform?” – “Welche Bladdform?” – “Die kabudde.“ – “Ach die. Und die is hie?“ – „Die is hie. Dodaal kabudd.“ – „Na dann du hald den Haubdschalder ausschaldn. Wie daham bei der Heizung.“ – „Mir ham kam Haubdschalder.“
„Ham die Indscheniöre kann eigebaud?“ – „Mir ham doch kaana Indscheniöre mehr. Alle naus. Nur noch Margedingleid.“ – „Na dann solln die sich hald wos einfolln lossn, is doch mir wurschd. Dringn mer aans?“
„A Scherdel bidde. Also, die ham sich scho wos ausgedachd. Erschdamol song mer, do wär a Ding des haaßd ‚Blohaudbriewender’ und des Ding is aa hie.“ – „Glingd dodall subber, fasd wie Heiwender, do kenna die Leid sich wos drunder vorschdelln.“
„Genau. Und nocherd dumer a olda Kerngloggn nehma und dunsa auf des Loch naufschiem und nenna des ganza dann ‚Dobb Kill’.“ – „Dodal subber. Glingd wie a Film vom Remmbo. Und wos machmer mid die haufm kabuddn Viecher?“ – „Wenn sa hie senn, dann haumer sa in a Bixn und verkaafm sa als Delikadessn in Eel. Wenns a Eelsardina gibbd, warum denn kann Eelbelikan?“ – „Dodal subber, brosd!“
n jeder Katastrophe steckt ein kleiner Triumph. Zumindest fürs Marketing.
In diesem Sinne – viel Spaß und bis zum nächsten Heimspiel
Ihr und Euer Papa Ratzifutz
Folge 37
Heute: Pleitegeier legt Euroeier…
Liebe Freunde der Europäischen Währungs- und Wirtschaftsunion,
jetzt ist es also soweit. Die Griechen sind pleite*. Hätte ich Euch schon vor einem Jahr sagen können, schließlich hat mein Lieblingsgrieche „Sirtaki-Yannis“ in der Bahnhofsgasse in Mönchröden wegen akuter Finanzengpässe schon im September zugesperrt.
Seitdem lautet die Devise: Bratwurst mit Jägermeister statt Gyros mit Ouzo; doch damit kann ich leben. Auch die Spenden des deutschen Steuerzahlers zur Erhaltung des griechischen Kulturgutes kann ich als leidenschaftlicher Steuerhinterzieher verschmerzen. Die langfristigen Konsequenzen aus dem Hellenen-Debakel sollten uns, liebe Brüder und Schwerstern, aber bedenklich stimmen.
Denn welche Lawine wird nun losgetreten? Folgt mir durch die Chronik des Schreckens:
- 06. Mai 2010: Otto Rehagel wird verschleppt. Deutschland muss Lösegeld in Höhe von 3% des jährlich Inlandsproduktes der Griechen berappen.
- 02. Juni 2010: Griechenland sagt aus Protest gegen ausbleibende weitere Finanzhilfen die Teilnahme an der WM in Südafrika ab.
- 04. Juni 2010: Keine Sau interessierts.
- 23. Juli 2010: Griechenland stoppt den Export von Feta und Olivenöl, um die eigene Bevölkerung ernähren zu können.
- 31.Oktober 2010: Die ersten Deutschen sterben an Unterversorgung mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
- 07. Januar 2011: Jägermeister mit Ouzogeschmack wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung als Produkt des Jahres ausgezeichnet.
- 08. Januar 2011: Portugal kollabiert.
- 20. Februar 2011: Nachdem Merkel Staatshilfen für Portugal zugesagt hat, stürmt ein aufgebrachter und durch Jägermeister mit Ouzogeschmack aufgeheizter Mob das Bundeskanzleramt.
- 21. Februar 2011: Merkel und Westerwelle hängen an ihren eigenen Schlüpfern am Brandenburger Tor.
- 22. Februar 2011: Langsam findet Westerwelle Gefallen daran.
- 04. April 2011: Spanien geht in die Knie.
- 05. April 2011: Italien natürlich gleich mit.
- 12. April 2011: Die SPD wird wegen sinnloser Schuldzuweisungen von der Liste ernstzunehmener Parteien gestrichen.
- 28. August 2011: Bürgerkriegsähnliche Zustände in ganz Südeuropa. Deutschland säuft sich die Krise mit Jägermeister mit Ramazzottigeschmack schön.
- 13. September 2011: Der Bund der Steuerzahler fusioniert mit dem Bund der Steuerhinterzieher.
- 14. September 2011: Der Bundestag löst sich auf.
- 15. September 2011: Der Bundesfinanzminister löst sich auf.
- 19. September 2011: Helmut Kohl verkündet in Brüssel das Ende der Europäischen Währungsunion. Vor Glück weinende Menschen liegen sich in den Armen und beschwören ein gemeinsames Europa der Vernunft unter der wirtschaftlichen und geistigen Führung Oberfrankens.
- 21. September 2011: Kohl fährt in den Himmel.**
Düstere Prognosen, aber ein versöhnliches Ende. So sei es.
Bis zum nächsten Heimspiel,
Ihr und Euer Papa Ratzifutz.
* eigentlich bankrott, da der Tatbestand der groben Fahrlässigkeit bzw. des Vorsatzes erfüllt ist.
** okay, er hatte einen Hubschrauber. Aber Kohl Himmelfahrt wäre doch auch ein schöner Feiertag.
Folge 36
Heute: Feiertag und freier Tag…
Liebe Freunde des bezahlten Feiertags,
jede Kultur, jedes Land und jede Region hat einen anderes Verständnis davon, was für Sie besonders prägend war. Die Revolution war prägend für die Franzosen, die Christianiserung für das gesamte Abendland, der Prager Fenstersturz für den Typen, der besoffen aus dem Fenster fiel und die Erfindung der Dummheit beeinflusst heute noch die Kultur des nordamerikanischen Volkes.
Dementsprechend werden die herausragenden Ereignisse der letzten 3000 Jahre auch herangezogen, um in jährliche Gedenktage gebannt zu werden. Ebendiese Gedenktage bescheren dann den Fans und Anhängern der jeweiligen Kultur, aber auch Nutznießern und Trittbrettfahrern, einen bezahlten Feiertag.
Nun kann man trefflich drüber streiten, ob Angehörige evangelisch-lutherischen Gedankenguts ohne mit der Wimper zu zucken auch an Maria Empfängnis die Beine hochlegen dürfen. Man kann geteilter Meinung darüber sein, ob Josef Ackermann am Tag der Arbeit freikriegen soll, oder ob ein in Deutschland lebender Portugiese den Tag der Deutschen Einheit auf seinem Gehaltskonto ohne Gegenleistung verbuchen darf. Skandalös ist nicht, was gefeiert wird, sondern vor allem, was in Konsequenz kein Feiertag ist.
Wenn der Neujahrstag hochoffiziell zum Feiertag erhoben wird, warum in aller Welt denn nicht der Altjahrstag und die Jahresmitte (zumindest die Schweden haben das ja realisiert und nehmen sich die Zeit, an Midsommer ihre Weihnachtsbäume zu Ikea zu bringen. Oder so ähnlich.
Wenn der Tag der Deutschen Einheit gefeiert wird, warum dann nicht die Landkreisreform Hof-Rehau aus den 70ern? Das hat doch sicherlich auch für den ein oder anderen schwere Wunden in der Seele hinterlassen.
Was ist mit dem Tag des geplanten Spatenstichs für die U-Bahn Regnitzlosau – Rehau – Gattendorf? Für uns Nordnordost-Hochfranken wohl ein Vorhaben, dem man ein Mal im Jahr gedenken sollte.
Und zum Schluss noch die Religion. Täglich wird Religion missbraucht, damit Leute einen guten Grund haben, sich die Köpfe einzuhauen, Kinder zu misshandeln und Menschen zu unterdrücken. Warum missbrauchen wir sie nicht mal im positiven Sinn und feiern alle miteinander Petrus’ Einschulung oder den Tag, an dem der Dalai Lama das erste Mal alleine aufs Töpfchen ging?
Ihr seht schon, auch im jungen Jahr 2010 kämpfen wir weiter für eine bessere Welt.
Bis zum nächsten Heimspiel!
Ihr und Euer Papa Ratzifutz.
P.S.: Papa Ratzifutz hofft, keine religiösen Gefühle verletzt zu haben. Für alle Atheisten hofft Papa Ratzifutz, dass Religion nicht zu gut wegkam. Ich weise ferner darauf hin, dass vom spirituellen Gehalt Ostern wesentlich deftiger ist als Weihnachten. Denkt am Montag mal dran. Für alle Josef Ackermänner wünscht Papa Ratzifutz, dass es an Ostern Hirn und Demut regnen möge.
Folge 35
Heute: Welches Schweinderl hätten’s denn gern?
Liebe Freunde des erfüllten Arbeitslebens,
viele Menschen in unserer Gesellschaft leisten einen wertvollen Beitrag für Gemeinwohl, Wohlstand und Fortschritt. Ärzte schreiben uns nach der Kärwa krank, Müllmänner bringen unsere Bierstöpfel auf die Deponie und ganz besonders edle Menschen erquicken uns durch ihre Braukunst. Doch wie so oft auf dieser Welt gilt auch bei den Berufen: kein Licht ohne Schatten, kein Ying ohne Yang, kein Losa ohne Gattendorf.
Denn wo es gesellschaftliche Wohltäter gibt, sind die Schmarotzer nicht weit. Fußball-Profis, Politiker und Society-Girls seien hier stellvertretend für alle Leute genannt, die zwar ordentlich kassieren, aber die Menschheit nicht nach vorne bringen.
Das mag auf den ersten Blick wenig dramatisch klingen, aber man muss sich die volkswirtschaftlichen Konsequenzen vor Augen halten. Hierzu sehen wir uns mal das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Messgröße unseres Wohlstandes an. Dort werden alle im Inland erbrachten Leistungen erfasst, also auch die Gagen und Gehälter von Heidi Klum, Anatoli Timotschuk, Oskar Lafontaine und Kader Loth.
Im Jahr 2008 betrug das BIP unserer schönen Bananenrepublik 2.489,4 Milliarden Euro und 25 Cent. Berechnungen des Instituts für Statistik und Toilettenwesen in Mönchröden haben ergeben, dass hiervon nur etwa 7,8 Millionen Euro und 25 Cent tatsächlich durch redliche Arbeit erwirtschaftet wurde (die 25 Cent werden als statische Toleranz ausgewiesen – böse Zungen behaupten jedoch, das ist das Einwegpfand, das Merkel für Steinmeier kassiert hat).
Im Klartext: Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland durch redliche Arbeit gerade so viel erwirtschaftet, wie der Hofer Himmel gekostet hätte. Der Rest ist nichts als heiße Luft. Die nächste Krise steht also quasi schon vor der Tür.
Wenn also der Typ von der Berufsberatung ihrem verzweifelten Sprößling eine Karriere als Jurymitglied bei DSDS, Talkshowgast, Bundeskanzlerin oder als die nächste Jenny Elvers-Elbertzhagen andrehen will: Sagen Sie einfach nein. Ihr Land wird es Ihnen danken.
Bis zum nächsten Heimspiel!
Ihr und Euer Papa Ratzifutz
P.S.: Es ist politisch nicht korrekt, auf Steinmeier rumzuhacken. Ein feiner Kerl, wirklich. Aber der Witz heiligt die Mittel.
P.S.S.: Ratzifutz hat Violett gewählt. Ohne mich hätten sie nur 32.077 Stimmen. Ehrenwort.
Folge 34
Heute: Zack die Bohne
Liebe Freunde des täglichen Koffeinschocks,
der Treibstoff des modernen Sesselpubsers ist der Kaffee. Der macht nämlich wach und im kalten Zustand auch noch schön. Und sogar wenn das Abendessen aus Schokolade und Eiern bestand, hilft Kaffee am Folgemorgen, die Peristaltik in Wallung zu bringen. Kurzum: was Shell V-Power fürs Auto ist, ist Kaffee für den Durchschnittsmenschen. Kaffee weckt den Ratzifutz in Dir.
Diese Erkenntnis hatten auch findige Bewohner eines Kontinents jenseits des Atlantiks. Mangels Kultur und ungeachtet des gesunden Menschenverstandes begann eben jenes Volk (nebenbei erwähnt das gleiche Volk, das zwar schon am Mond war, aber weder vernünftige Autos bauen noch ein einigermaßen erträgliches Bier brauen kann), in Ihrer ureigenen Selbstherrlichkeit, statt Milch eine ordentliche Dosis Marketing in den Kaffee zu kippen.
Heraus kamen Getränke wie Special Dark Espresso latte choco flavour, Cofé Macchiatto frozen hazelnut double shot oder der Iced Cuppuccino hot aromatic flowerpower. Diese Getränke werden dann in umlackierten McDonalds-Filialen verkauft.
Nun wissen wir alle, dass die Amis auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn schon vor langer Zeit in Richtung Wahnsinn gekippt sind. Dass der Wahnsinn mittlerweile über den großen Teich schwappt und ich in der tiefsten nordostoberfränkischen Provinz, also Hof, keinen normalen Filterkaffee käuflich erwerben kann, halte ich für sehr bedenklich.
Vielleicht bin ich ein Prinzipienreiter, aber von einem Geschäft mit dem Namen Coffee-Maker, also Kaffeemacher, sollte man erwarten können, dass die einem verdammt noch mal einen Kaffee machen und keinen neumodischen Italo-Ami-Schlabbermix. Den gibt’s aber allerhöchsten noch beim Beck am Eck (a propos, den besten Kaffee gibt’s beim Beck seiner Frau, aber die wohnt nicht am Eck sondern im Lodaweg).
Stellt Euch vor, Ihr geht ins Wirtshaus und wollt einfach nur ein kaltes Scherdel. Der Wirt fragt dann „Large oder piccolo? Frozen Zimt oder Hot Shot? Mit Sahne? Kohlensäure? Strohhalm? Deckel auf den Pappbecher?“
Mit anderen Worten: Es wird Zeit für das Reinheitsgebot für den Kaffee. Deutsche Bohne, deutsches Wasser, deutsche Kaffeemaschine, deutsche Filtertüte. Und genau so einen, Bohne Marke Fichtelgebirgs-Hochplateau, handverlesene Ernte, fair gehandelt, gibt’s hinten am Ausschank.
Bis zum nächsten Heimspiel!
Ihr und Euer Papa Ratzifutz.
P.S.: Für alle, die im Urlaub mal richtig einen auf dicke Hose machen wollen: Wer in Italien einen Kaffee bestellt, kriegt einen Espresso. Wer einen Espresso bestellt, wird als Tourist erkannt. Und wer einen stinknormalen Kaffee will (Achtung: jetzt zeigt sich, dass Amis und Italiener wie oben vermutet hinter allem Kaffeeübel stecken, muss einen amerikanischen Kaffee bestellen..
Folge 33
Heute: Betrunkene und kleine Kinder
Liebe Freunde des roten Pferdes,
die Welt ist voller Klugscheißer und Besserwisser. Sicher kennen Sie den Typ Mensch, der gerade mal eigenständig die Sportschau einschalten kann und sich trotzdem berufen fühlt, jede Aktion eines Oberligafußballers zu kritisieren. Oder den Typ Mensch, der einfach nicht glauben will, dass Scherdel das beste Bier der Welt ist (bzw. der Galaxie, falls irgendwo im Andromedanebel gebraut wird).
Doch all diese Besserwisser sind ganz kleine Lichter gegen die Mutter aller Klugscheißer: den Volksmund.Da für ebendiesen die Evolution leider nicht zu gelten scheint und er immer noch nicht ausgestorben ist, halten sich dessen Weisheiten hartnäckig wie, naja, hartnäckige Weisheiten eben.Sind Sie etwa schon mal in eine Grube gefallen, die Sie für andere ausgehoben haben (Totengräber mal ausgenommen)? Oder mit Gold im Mund aufgewacht?
Der Autor dieser Zeilen ist jedenfalls schon froh, wenn er zur Morgenstund nicht den Geschmack von Tante Öttkers Knoblauchsorbet auf der pelzigen Zunge hat. Edelmetalle waren bislang Mangelware. Eine Weisheit jedoch trifft zu – nämlich der Vergleich von Betrunkenen und kleinen Kindern. Nicht nur, was deren Wahrheitsdrang betrifft, sondern auch die musikalische Vorlieben.Erschreckender Weise gibt es nämlich zwischen Mini-Disco und Après-Ski-Party (oder Karneval, oder Oktoberfest, oder Tante Ernas 65. Geburtstag) keinerlei Unterschiede in Harmoniefolge, Choreografie und intellektuellem Gehalt.Weder der Ententanz noch das Fliegerlied haben bisher den Pullitzer-Preis gewinnen können, und die Quackquack-Winke-Wackel-Tänze unterscheiden sich auch nur durch die Größe der Akteure (der Gipfel der Würdelosigkeit ist übrigens der betrunkene Papa, der für seinen Sprössling den Animateur mimt, ich weiß wovon ich rede…).
Bevor wir jetzt allerdings den Kinder das Tanzen oder den Erwachsenen das Feiern verbieten (was wahrscheinlich die naheliegende Lösung für alle Amis und die zuständige EU-Kommission wäre), hier die ultimative Lösung: Beim Eintritt zu Feierlichkeiten, bei denen ab 21.00 Uhr das Jürgen-Drews-o-Meter auf Sturm steht, werden Ipods voll mit AC/DC an alle Gäste verteilt. Sofern akustische Gefahr im Verzug ist, sind diese zu aktivieren, und der Gast kann unverzagt mitfeiern, ohne in die Kindheit zurück zu fallen.
Bis zum nächsten Heimspiel, dann steigt ne Ballermann-Party!!
Euer Papa Ratzifutz.P.S.:
Mal ganz im Ernst: Lasst das rote Pferd einfach rotes Pferd sein. Der Volksmund sagt: Für jede Zigarette, die an einer Kerze angezündet wird, stirbt ein Seemann. Papa Ratzifutz sagt: Für jeden Erwachsenen, der zum „Roten Pferd“ tanzt, kriegt ein Indianer Hämorrhoiden. Und Ihr wollt doch nicht Schuld sein, dass sich Amerikas Ureinwohner dauernd am Hintern kratzen.
Folge 32 - Papa Ratzifutz ist im Urlaub, sorry
Liebe Leser unserer Stadionzeitung.
Unser allseits beliebter Verfasser des Beitrags „Hinter den Kulissen“ – Papa Ratzifutz weilt derzeit mit Mann und Maus, einschließlich Babysitter im hoffentlich sonnigen Süden und genießt seinen Urlaub in vollen Zügen.Deshalb müssen wir heute auf eine neue Folge verzichten. Wir sind uns aber sicher, dass er gut erholt nach dem Urlaub wieder Einiges zu berichten hat.Ihre Redaktion
Folge 31
Heute: Der Bienenstock ruft
Liebe Freunde der alltäglichen ehelichen Herausforderung,
auf unserem schönen blauen Planeten kursieren so manch seltsame Missverständnisse. So wird Ergün Aydinli gelegentlich als der neue Hakan Sükür bezeichnet, der diesjährige Juli als Sommermonat und ein Saisonbudget von 100.000 EUR schon mal gerne als Kameradschaft.Warum eine mir sehr nahestehende Person(in) jedoch unseren professionell geführten, liebenswerten und gemeinnützigen Verein mit einem Bienenstock vergleicht, entzieht sich nicht nur meinem allumfassenden männlichen Verstand, sondern widerspricht auch den Gesetzen von Logik, Philosophie und Thermodynamik.
Der Theorie, die einem explosivem Cocktail aus Söhnlein Brillant, einem Bad Hair Day und dem Ärger über das verspätete Heimkommen des geschätzten Autors entspringt, besagt Folgendes:Unser Sportgelände gleicht einem Bienenstock. Die Königsbiene in Person unseres allseits geschätzten ersten Vorsitzenden lockt regelmäßig die kleinen unschuldigen Arbeitsbienchen in Ihren Stock zum Malochen. Zudem müssen die Drohnen dort sinnlos Honig abliefern, statt in der gleichen Zeit mit der Partnerin im Reisebüro zu sitzen und den nächsten Maledivenurlaub mit der werten Gattin zu buchen.Soviel zu dieser schockierenden Fehlinterpretation.
Die treffendere Gleichnis schaut doch ganz anders aus:Unser Sportgelände gleicht einem Bienenstock. Die Königsbiene in Person unserer allseits geschätzten ersten Vorsitzenden bittet regelmäßig die kleinen unschuldigen Arbeitsbienchen in Ihren Stock zur Diskussion über die aktuelle Honigqualität (also die neueste Scherdellieferung). Zudem müssen die Drohnen dort die ganze Zeit dort sinnvoll Strategien erarbeiten, um die sportliche Zukunft vom Nachwuchs zu sichern. Und irgendwann sitzt man dann doch Reisebüro.
Vorsicht also, wenn Sie das nächste Mal Fußballer mit Bienen, Bienen mit Wespen oder Maja mit Mayonnaise vergleichen. Wir kommen Ihnen mit Sicherheit auf die Schliche und werden im Auftrag der schonungslosen Wahrheit für eine Richtigstellung sorgen.
Also dann bis zum nächsten Heimspiel!
Ihr und Euer Papa Ratzifutz.
P.S.: Sie können die Bienentheorie auch gerne mit der Urheberin diskutieren – schauen Sie doch mal in die Bratwurstbude auf das Mädel im Bienenkostüm!
Folge 30:
Heute: Abwrack' Roll
Liebe Freunde der Weltwirtschaftskrise,
jeder hat so sein Päckchen zu tragen und manch einer sogar ein Paket – das Konjunkturpaket der Bundesregierung. Besonderes Highlight ist natürlich unsere Abwrackprämie; Sie wissen ja, wovon ich spreche. Bestimmt waren Sie so clever wie ich und haben sich auch einen einen Tatra für 1.899 EUR gesichert. Unter Berücksichtigung der Abwrackprämie habe ich dann noch 601 EUR rausbekommen, immerhin Gegenwert von knapp 60 Kästen Scherdel.
Anstatt darüber zu diskutieren, wer in den nächsten Jahren noch ein neues Auto kaufen soll (ganz zu schweigen von den verzweifelten Gebrauchtwagenhändlern), sollten wir uns überlegen, wo die Prämie noch sinnvoll eingesetzt werden könnte.
Schauen wir doch mal in Ihre Kellerbar? Kennen Sie nicht auch diese Likörflaschen ganz hinten im Regal, die noch mit DM-Preisen etikettiert sind? Wieso sollte man die nicht abwracken, zum Beispiel beim Kauf von zwei Flaschen fabrikneuem Jägermeister?
Was ist mit gebrauchten Fußballern? Schaut Euch mal unsere Mannschaft an. Alleine die Choumans sind in Summe mindestens 80 Jahre alt. Könnte man die beim Transfer eines hoffnungsvollen Nachwuchstalents nicht abwracken und erhält noch ein paar Fußballschuhe aus dem Staatssäckel?
Schaut Euch mal die Schrotthäufen in der 2. Mannschaft an. Es gibt Kulturkreise in denen es als ein Wunder gilt, wenn man im hohen Alter der Bleyers, Steinhäusers und Schlegls überhaupt noch laufen kann (kleine Anmerkung am Rande: In unserem Kulturkreis gilt das Laufen über 35 durchaus als selbstverständlich. Als seltsam wird dagegen bewertet, wenn man trotz 20 Jahren Fußballerfahrung immer noch keinen geraden Pass spielen kann). Dreimal abwracken, bitte! Vielleicht springt ja ein neues Tornetz raus.
Und zu guter Letzt: Was ist mit den alten Witzen von Papa Ratzifutz? Abwracken! Und für den Witzschrott gibt’s dann eine Portion frischen Humor als Prämie!
Bis zum nächsten Heimspiel!
Ihr und Euer Papa Ratzifutz.
P.S.: Die Idee des Abwrackens von Ehepartnern (nicht -partnerinnen) erscheint plausibel, wird aber von mir bewusst außen vor gelassen, wäre ich doch erstes Opfer.
Folge 29
Heute: Die Achse des Bösen feiert Kärwa
Liebe Freunde des neuen amerikanischen Bundeskanzlers,
haben Sie bei der Siegerrede vom Obama auch so geweint wie ich? Als er mit visionärem Blick in den Chicagoer Nachthimmel erklärt hat, er will nicht nur für seine Wähler da sein, sondern auch für seine Nichtwähler sowie deren Brüder, Schwestern und Cousinen dritten Grades. Und für alle Völker der Welt inklusive Mongolen, Tadschiken, Seychellisten (oder heißen die Seychellowaren?), Moränen und bestimmt auch für das letzte Pärchen sibirischer Tiger.
Ja, Euer sonst so hart gesottener Papa Ratzifutz hat geweint. Allerdings nur, weil mir bei dieser kitschigen Hollywood-Inszenierung eines endgültig klar wurde: Meine langjährige Muse und treibende Kraft hinter meiner Kolumne (neben Scherdel), der Präsident der Herzen, unser aller George Dabbeljuh Bush setzt sich zur Ruhe und wird mich künftig nicht mehr inspirieren. Ich fühlte mich wie Karl Lagerfeld, nachdem Claudia Schiffer ihre Visage in der Friteuse gebadet hat.
Aber schauen wir nach vorne und werfen unser Mitgliedskärtchen für die Achse des Bösen in den Schredder. Schließlich gibt’s wichtigere Dinge im Leben als Politiker auf einem Kontinent, der durch die Abwesenheit von Kultur und gesundem Menschenverstand glänzt.
Wenden wir uns vielmehr einem Ort zu, wo Kultur und gesunder Menschverstand Flamenco tanzen: Dem Losauer Wirtshaus in Zeiten der Kärwa.
Namhafte Biologen haben zwischenzeitlich herausgefunden, dass besonders bei männlichen Kärwagehern ein wahres Feuerwerk an Glückshormonen in der Hirnanhangdrüse gezündet wird. Zusammen mit dem gestiegenen Testosteronspiegel fördert dies den sog. beschwingten Kamikazemuck (einfach gesagt: Während der Kärwa wird regelmäßig ein Tout ohne Alten und Blauen angesagt).
Namhafte Verhaltensforscher haben indes recherchiert, dass der regelmäßige Kärwabesuch Voraussetzung für die soziale Grundakzeptanz des Mikrokosmos Dorfgemeinschaft ist (einfach gesagt: Sie werden nicht mehr mit den Worten: ‚Du Bleedl koost net muggn’ begrüßt).
Namhafte Sexualforscher haben zudem eine Hypothese entwickelt, wonach nächtlich heimkehrende Kärwabesucher aufgrund der ausgeschiedenen Pheromone besonders attraktiv auf die Partnerin wirken. Und namhafte Modedesigner haben auch dieses Jahr wieder festgestellt, dass Rot die Farbe der Saison ist. Zumindest für die Kärwajeans.
Ihr und Euer Papa Ratzifutz.
P.S.: Habt Ihr nach der Kärwa die Bild-Zeitung gelesen?: „Mäßig erfolgreicher Amtsantritt Obamas bei Losaner Kärwa – Designierter US-Bundeskanzler in Grund und Boden gemuckt!“
Folge 28
Heute: Pilates, Prostata, Powersex
Liebe Freunde der Fitnesslektüre,
manchmal zwingt uns die Langeweile zum Lesen. Dann greifen wir zur Bedienungsanleitung vom Geschirrspüler und lernen endlich, warum bisher nie was sauber wurde. Oder wir greifen zur Frankenpost und lernen, dass Rechtschreibfehler einen Text durchaus interessant machen können. Manche greifen zu spirituellen Werken und lernen sich selber kennen. Wir Sportler(innen) greifen dagegen zu Magazinen wie Men’s Health und Fit for Fun und lernen….gar nichts.
Blättern wir doch mal rein in die Hochglanzbroschüre. Als erstes finden wir die neuesten Erkenntnisse aus der Lebensmittelmedizin: Tomaten helfen gegen Prostataherpes, Zwiebeln gegen Brustkrebs und Kartoffeln sind das Rundum-Sorglos-Powerfutter schlechthin. Dass in der letzten Ausgabe vor Tomaten (Schließmuskelhusten), Zwiebeln (Pickel) und Kartoffeln (versteckte Formaldehyde) gewarnt wurde, interessiert mittlerweile keinen mehr.
Ein paar Seiten weiter findet man dann das 5-Minuten-Workout für die Strandfigur. Mal ehrlich: Gäbe es das wirklich, würden wir nicht alle aussehen wie Eieruhren nach dem Schleudergang. Bei Mittfünzigern wie mir denkt der Sixpack nicht mal nach vierwöchiger Kohlsuppendiät daran, unter seinem Speckmantel hervorzuschauen. Ich glaube nicht, dass ihn 5-Minuten Powerstepping-Pilates-Aquastreching vom Gegenteil überzeugen können. Und ganz nebenbei: Seit der Erfindung des portablen Durchlaufkühlers sind Sixpacks eh überflüssig.
Zurück zu unserer Lektüre - natürlich dürfen auch ein paar Tipps zum Liebesleben nicht fehlen. Dabei wird hartnäckig ignoriert, dass es unveränderliche Perverse gibt, die sich immernoch im Bett fortpflanzen. Stattdessen liest man von ‚14 heißen Stellungen beim Freeclimben’ oder erhält eine Anleitung zur Liebe an Orten, wo unter Garantie Sand, Schnee, Garnelen oder die gemeine Feldmaus ungewollt in diverse Körperöffnungen gelangen.
Und dann der krönende Abschluss: Die Reisetipps. Natürlich ist es im Hilton Ressort auf Sonevafuushi im Süd-Male-Atoll sehr schön. Besonders genießen würde ich auch den persönlichen Butler. Ich würde mir auch täglich einen Kasten Scherdel im Privatjet einfliegen lassen. Aber ich würde mir garantiert KEINE Fitness-Zeitung für Zwofuffzich kaufen, weil ich dann kostenlos die Zeitung des Milliardärsclub Hochfranken Nordost zugeschickt bekäme. Wenn schon, dann will ich bitteschön über 2,5 Sterne Türkei oder Sparurlaub in Bad Füssing lesen.
Abschließend meine Empfehlung: Lest ganz einfach unsere Stadionzeitung. Da steht zwar auch nur Stampf drin, aber der kommt von Herzen.
Ihr und Euer Papa Ratzifutz.
P.S.: Weitere unbedenkliche Lektüren mit dem Ratzifutz-Siegel sind übrigens die Scherdel-Bierzeitung, das wöchentliche Aldi-Prospekt sowie ‚Bobo Siebenschläfer hat auf die Pauke’.
Folge 27
Heute: Machsdu Ürlaub oder Reiseberücht aus Türkei
Liebe Freunde der Sommersonne,
es war soweit. Papa Ratzifutz hat Urlaub gemacht. Eine ganze Woche bin ich meiner Arbeitsstelle – der Bahnhofstoilette Mönchröden – ferngeblieben und habe mich in sonnigere Gefielde begeben. Natürlich nur, um Euch und Ihnen frisch erholt und neu inspiriert Woche für Woche die Geheimnisse des Lebens zu erklären.
Vom Geisterflughafen Leipzig-Halle gings los. Dabei handelt es sich um einen schönen Airport mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass man die ganze Zeit nackt herumlaufen kann, da man eh der einzige Fluggast ist. Nach zwei mitgebrachten Scherdel Wartezeit ging’s dann in den Flieger der Fluggesellschaft inter air. Deren Flotte (immerhin stattliche 5 Airbus-ähnliche Flugzeuge) besteht im Wesentlichen aus neu zusammengeschweißten Teilen alter Flieger. Zumindest war es schon verwunderlich, dass die Tragflächen unterschiedlich lang waren und auf einer das Lufthansa-Logo prangte, während auf der anderen das Signet von Air Kasachstan lächelte.
Doch wozu darf man Handgepäck mitnehmen, einmal Leipzig-Antalya ist in ratzifutzischen Luftmeilen gleich 5 Scherdel Premium Pils. Sicher im Mutterland des Döner angekommen, wurde zu nachtschlafender Zeit die nächste Etappe in Angriff genommen: Die türkische Antwort auf die Rallye Paris-Dakar – in anderen Worten: die neugebaute (zumindest wird sie das in 13 Jahren sein) Straße nach Belek. Glaubt mir, es war gar nicht so einfach, sich bei dem wilden Geschaukel die letzten 3 Scherdel aus dem Handgepäck einzuverleiben.
Als ich am nächsten Tage erwachte, öfnnete ich schnell meinen Koffer. Und siehe da: Die Eiswürfel waren zwar etwas zerlaufen, aber die zwei Kisten (Ihr ahnt es wahrscheinlich schon) Scherdel waren intakt. Doch das sollte das letzte Mal sein, dass ich mich freute. Um es abzukürzen, Ihr und Euer Papa Ratzifutz weiß jetzt, wofür 5-Sterne in der Hotelbeschreibung stehen können:
* Das Poolwasser hat eine Konsistenz, dass sich Urzeitkrebse innerhalb kürzester Zeit entwickeln
* Reinigungskräfte bedienen sich vor Freude übers üppige Trinkgeld aus dem Koffer (meine einzige Badehose war fortan weg, ein Glück hat keiner die kalten Scherdel angelangt)
* Im Kinderpool ist eine biologische Nachklärzone integriert
* Der Unterschied zwischen Aschenbechern und Getränkebechern wird nur von fachkundigem Personal erkannt
* Die Klimaanlage im Fitnessstudio könnte ganz Prex inkl. Moschich mit Wärme versorgen.
Nun ja, jetzt bin ich ja wieder hier bei Euch. Hier Zuhause, wo’s immer so kalt ist, dass man die Scherdel nicht erst kühlen muss.
Ihr und Euer Papa Ratzifutz.
P.S.: Natürlich habe ich auch was mitgebracht: 1 Satz Trikots. Allerdings ist der Rückendruck identisch „Hakan Sükür“ und zwei der drei Adidas-Streifen haben sich schon gelöst.
Folge 26
Heute: Ramazotti achtachtundachtzig
Liebe Freunde des Wochenendwerbeprospekts, mal ehrlich – zu welcher Sorte Mensch gehören Sie? Im Wesentlichen gibt es nämlich nur ein Entscheidungsmerkmal, das Homo Sapiens unabhängig von Geschlecht, Tischmanieren, Staatszugehörigkeiten und Sockenwahl unterscheidet: Die Einstellung zu Werbeprospekten.
Den meisten Postkastenentleerern ist schlichtweg egal, wer ihnen welche Sensationspreismeldungen in den Briefschlitz wirft. Wozu gibt es schließlich die grüne Tonne und den heimischen 12 KW-Kachelofen? Diese Exemplare stufen wir als größtenteils harmlos und weitgehend sozialverträglich ein.
Andere hingegen reißen dem Austräger schon mal die Neuigkeiten aus der Hand und vergleichen sofort Windel- und Schnapsangebote von Diska bis Netto. Gefährlich wird diese Spezies vor allem dann, wenn dem ungeliebten Nachbarn das Aldi-Prospekt schon am Samstag vorliegt, man selber aber noch darauf wartet wie ein Kleinkind auf Weihnachten. Dann wird der sonst verträgliche Sparfuchs schon mal zur tickenden Zeitbombe.
Richtig beängstigend sind jedoch die verbalen Drohgebärden an manch Briefkasten scheinbar harmloser Bürger. Hier sind Aufforderungen wie „keine Werbung einwerfen“ oder „keine Werbung und auch keinen verdammten Blickpunk einwerfen“ zu lesen. Ich frage mich, was wohl passiert, wenn sich der Austräger erdreisten würde, doch mal die Tiefkühlbeilage Norma 13/2008 einzuwerfen. Wahrscheinlich würde er Opfer einer gnadenlosen Selbstjustiz.
Man könnte nun meinen, es handelt sich hierbei um ein eher deutsches Phänomen, dem ist aber nicht so.
In Österreich wurde kürzlich ein 42jähriger Bankkaufmann zu 200 Sozialstunden verdonnert, weil er einen 15jährigen Schüler zwang, das trotz Verbotsschild eingeworfene Hofer-Prospekt zu verspeisen.
In Indien lies ein über Werbeprospekte erboster Elefantenzüchter die Verteilstation mit Elefantenexkrementen bewerfen. Auf Haiti ist es nicht unüblich, Prospektausträger mit Voodoo-Zaubern zu belegen. Und unser aller Freund George Dabbeljuh Bush war kurz davor, Brandenburg den Krieg zu erklären, als ihm ein Angebot über Spreewälder Gurken ins Haus flatterte.
Es ist immer wieder unglaublich, zu was Menschen fähig sein können.
Ihr und Euer Papa Ratzifutz.
P.S.: Diese Woche herauszuheben: Schmetterlingssteaks vom Zitronenfalter - 0,88 EUR pro 100 kg (Netto) und Ramazzotti für 1,98 im Duty Free in Asch.
Folge 25
Heute: PASSWORT: 97&%sonne1980xyyMJM;/papa
Liebe Freunde des allgegenwärtigen PIN-Codes,
wie viel Zeit geht bei Ihnen denn so im Monatsdurchschnitt verloren mit der Suche nach dem Zettel, auf dem Ihr Passwort für die Onlinebestellung bei Beate Uhse steht? Wie oft wurde Ihre Kreditkarte eingezogen, nur weil die PIN mal wieder im Biernebel verschwunden war?
Unser Leben wird nicht nur bestimmt von Hämorrhoiden, schrecklichem Durst und dem Zorn des Eheweibes, sondern von Zahlencodes und Passwörtern in allen Formen und Facetten.
Dabei sind diese scheinbaren Absicherungen eine Ausgeburt der Sinnlosigkeit, die maximal vom 3-in-1-Shampoo noch übertroffen wird (naja, und von der 5-in-1-Zahnpasta). Beispiel gefällig? Na los geht’s:
Wozu brauche ich verdammt nochmal eine PIN für meine Scheckkarte? Aufgrund meines deutlich beschränkten Reichtums kann ich nur alle zwei Wochen zum Geldautomaten, und so lange merkt sich kein mitteleuropäischer Mann aus durchschnittlicher Züchtung eine komplexe vierstellige Zahlenfolge. Ergo muss ich diese auf die Rückseite der EC-Karte notieren. Nicht sehr effizient, wenn Sie mich fragen.
Wozu muss ich mir ein 32-stelliges Passwort für eine Funk-Internet-Verbindung ausdenken, nur um dann nach 14tätigem Aufenthalt in der Warteschleife der Telekom erfahren zu dürfen, dass mein Modem genau dieses Passwort, das exakt nach Vorgabe drei Großbuchstaben, vier Sonderzeichen und 3 Zahlen enthält, nicht versteht?
Die Menschheit fliegt zum Mond, der Sinn ist dem aufrechten Bürger bis heute nicht ersichtlich. Die Menschheit konzentriert Ihren Erfindungsgeist darauf, immer mehr Funktionen in eine Zahnpastatube zu bringen. Den Nutzen wagen wir mal anzuzweifeln. Und die Menschheit konzentriert sich drauf, immer mehr Dinge mit Passwörtern, PIN und PUK und Super-PIN mit Zusatzzahl zu schützen. Wozu? Beantworten Sie’s selber.
Die Evolution ist wohl endgültig in einer Sackgasse angelangt. Liebe Freunde, lasst uns hier und heute umkehren. Erzieht Eure Kinder zu Menschen, die sich aufs Wesentliche konzentrieren. Zu Menschen, die Zahnpasta entwickeln, die einfach nur die Zähne sauber macht. Zu Menschen, die nützliche Dinge erfinden, die ohne Passwort funktionieren.
Mal schauen, ob wir bis zum nächsten Heimspiel aus der Sackgasse rauskommen.
Euer Papa Ratzifutz.
P.S.: Unterstützen Sie dieses Projekt auch unter www.haemorrhoidensalbe-statt-mondfahrt.de
Folge 24
Heute: Spionage bei Lidl
Liebe Freunde des angeregten Discounter-Shoppings,
Deutschland hat endlich mal wieder einen handfesten Skandal und der Stern verkauft ein paar Exemplare mehr: Mitarbeiter von Lidl wurde bespitzelt, ausspioniert, überwacht und kontrolliert. Ich hoffe mal, die armen Kassierer, Regallogistiker und Verpackungsjongleure hatten zumindest auf dem stillen Örtchen ihre Ruhe.
Überhaupt werden wir ständig überwacht. Sie kennen wahrscheinlich auch das Gefühl. Beim Wildpinkeln, beim Popeln an der Ampel, im Big Brother-Container: Man wird permanent verfolgt und beobachtet.
Dieses Gefühl ist nur natürlich und berechtigt, schließlich überwacht auch die SGR ihre Fußballer. Beim Duschen zum Beispiel. Wenn Sie schon immer mal die Körperreinigungstechniken unseres Spielführers sehen wollen, schauen Sie doch mal ins Internet – es wurde alles auf www.youtube.com hoch geladen.
Aus verständlichen Gründen verschafft sich die SGR auch einen Einblick in die Freizeitgestaltung ihrer Spieler. Gemäß dem alten Sprichwort „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, also kontrollier lieber gleich“ hat auch der geschätzte Trainer mehrere Detektivbüros eingeschaltet, die ein besonderes Augenmerk auf die abendlichen Aktivitäten der Spieler vor dem Spiel legen.
Doch selbst das Trainerdasein schützt vor Abhören nicht - seine Spieltaktiken und Kabinenansprachen werden über Satellit live aufs Handy der Vorstandschaft übertragen, die dann kurzfristig eingreifen kann, wenn mal wieder verkehrt aufgestellt wird.
Auf dem Spielfeld wiederum ist kein Akteur sicher vor Spielerbeobachtern, kein Schiedsrichter sicher vor Schiedsrichterbeobachtern. Und wer weiß… vielleicht werden die Schiedsrichterbeobachter dann von Schiedsrichterbeobachterbeobachtern beobachtet und die wiederum von… aber lassen wir das.
Viel Spaß beim Spiel und beim Nasepopeln dran denken: Ihr werdet beobachtet!
Euer Papa Ratzifutz.
Folge 23
Heute: Energie – und wie?
Liebe Freunde des Winkraftrades,
das Leben kostet Nerven, Kraft und vor allem Geld. Zwar bleiben die Preise für Cheeseburger, Nagelmodellierung und Sextourismus einigermaßen konstant. Nur wer von uns ist schon darauf aus, einer Prostituierten im McDonalds von Bangkok seine hübschen Fingerchen zu zeigen?
Den Mann bzw. die Frau von Welt interessieren doch (hoffentlich) vielmehr die wichtigen Dinge, nämlich Bratwürste, Bier und die SGR. Und die werden teurer und teurer. Wegen der Energie, die auch soooo teuer wird.
Ich erklär Euch mal, wie die Preisspirale funktioniert: In Kasachstan meint Olga Gasliaschwili zu Ihrem Mann Oleg, der Benz ist auch schon wieder ein halbes Jahr und die Nachbarin fährt jetzt Bentley und überhaupt könne man sich mal wieder was gönnen. Kein Problem für Oleg, kurzer Anruf bei Gazprom, Gazprom ruft beim Schröder an und der wiederum im Vereinsheim der SGR. Dem verdutzten Vorstand bleibt nichts anderes übrig, als weinend die nächste Gaspreiserhöhung zu schlucken.
In der Folge werden die Bratwürste teurer (hätte man mal lieber den alten Holzkohlegrill nicht ausrangiert), das Bier teurer (einfach weil man grade mal in Preiserhöhungslaune ist), und die Heizung zurückgedreht (man muss ja Heizkosten sparen).
Die Folgen sind dramatisch: Der fußballbegeisterte Regnitzlosauer sieht ein schlechtes Spiel frierender Spieler, kann sich das Spiel nicht mal schönsaufen und geht auch noch mit knurrendem Magen nach Hause.
Natürlich gibt es auch hier einen Ausweg: Wenn ab 2009 alle Kraftfahrzeuge mit ineffizienten Alternativkonzepten laufen (Eigenurin, Kürbiskernöl, Mondenergie und Gedankenkraft) sinkt die Benzinnachfrage dramatisch und damit auch der Preis.
Und dann schlagen wir zu mit der SGR-patentierten Benzinheizung getreu dem Motto: „WIR SIND IN - DENN WIR HEIZEN MIT BENZIN!“
Ansonten bleibt nur noch der Reaktor am Fußballplatz. Was tut man nicht alles, um ein anständiges Spiel zu sehen.
Euer Papa Ratzifutz.
PS: Für alle politisch Korrekten: Papa Ratzifutz heizt mit Erdwärme
Folge 22 - folgt
Folge 21
Heute:Schon GEZahlt
Glück auf,
wie Ihr sicher alle wisst, dürfen wir uns der Tatsache rühmen, in einer hochentwickelten Demokratie zu leben. Wir Deutsche dürfen frei wählen, nach Lust und Laune verreisen und sogar Studiengänge wie altägyptische Theaterphilosophie belegen.
Doch auch in unserer heilen Welt haben die Mächte des Bösen begonnen zu arbeiten und die Demokratie von innen auszuhöhlen. Wurde in der Johannitischen Apokalypse das Böse mit einer Zahl beschrieben, so sind es in der Moderne drei Buchstaben: G E Z.
Wer die GEZ nicht kennt, dem sei deren Aufgabe wie folgt beschrieben: Die GEZ kümmert sich drum, dass öffentlich-rechtliche Medien (also ARD, ZDF, Bayern 1-5) Geld bekommen, um weiterhin den Musikantenstadl und das Auslandsjournal zu senden.
Ist vom Prinzip her auch logisch, denn wer eine Leistung in Anspruch nimmt, soll auch dafür zahlen. Dumm ist nur, dass es im Verständnis der GEZ keine Möglichkeit gibt, die Leistung nicht in Anspruch zu nehmen.
Überträgt man das auf die SGR hieße das ungefähr Folgendes: wer in Losa Fußball spielt, muss Mitgliedsbeitrag zahlen. Passt soweit. Es hieße weiter, wer ein paar Fußballschuhe besitzt, muss auch zahlen, da er theoretisch in der Lage ist, bei der SGR Fußball zu spielen. Hm, naja. Es würde weiter bedeuten, dass auch der, der ein paar Schuhe besitzt (auch bei Gummistiefeln und Stilettos gibt’s keine Ausnahme) muss berappen, da er sich in die Lage versetzen könnte, bei der SGR, auch wenn er dort nur ein paar Würste kauft, unter Umständen gegen einen Ball zu treten und so weiter und so weiter.
Nachdem die SGR aber nicht die GEZ ist, geben wir uns auch zufrieden, wenn Ihr uns jetzt ein Scherdel und ein Steak abkauft. Mahlzeit.
Euer Papa Ratzifutz.
PS: Die GEZ ist nur ein Baustein in der Achse des Bösen. Die anderen knöpfen wir uns nächste Woche vor!
Folge 20 - folgt
Folge 19
Heute: Das Grüne an der Suppe ist nicht das Gelbe vom Ei
Schönen Sonntag alle mit’nand,
wir wissen, warum die Banane krumm ist (weil sie einen Bogen um Gattendorf macht). Wir wissen, wer die Nähmaschine erfunden hat (schaut doch mal ins www.sg-regnitzlosau.de - Gästebuch) und wir wissen sogar meitens, was wir am Vorabend gemacht haben.
Wir wissen aber leider nicht, warum unsere Vereinsfarben blau-weiß sind und wie wir dies nutzen können. Bis jetzt nicht. Denn heute tauchen wir mal ab in die Tiefen der Farbpsychologie.
Physikalisch gesehen ist weiß die Summe aller Farben und damit die vollkommenste und reinste Farbe. Es signalisiert Reinheit (nicht zu verwechseln mit Reinhard!), Klugheit und Bescheidenheit. Legendäre Torwarttrainer und edle Gönner der SG hören selbstverständlich auch auf den Namen dieser Farbe.
Blau hingegen steht für Freundschaft, Vertrauen und Sympathie. Kein Wunder also, dass viele Spieler desöfteren mal blau sind. Blau schafft weiterhin Raum und Perspektive. Ganz wichtig in Zeiten, in denen es auf dem Feld an selbigen mangelt.
Somit lässt sich nun auch erklären, warum der Saisonauftakt kräftig in die Hose ging: die letzten beiden Spiele bestritt unsere BOL-Elf in roten Trikots. Rot steht für Zorn, Verführung, Haß und SPD. Es ist schon ein Wunder, dass unsere Elf unter diesen Vorzeichen überhaupt auflief.
Daher fordert Papa Ratzifutz heute: Zieht unsere Buam gefälligst blau-weiß an. Und wenn wir dann immernoch nichts zu Wege bringen, sehen wir uns zum nächsten Heimspiel mal Wasseradern und Magnetfelder an.
Euer Papa Ratzifutz.
PS: Ist Euch schon mal aufgefallen, dass sich kein Wort dieser Welt auf Orange (sprich Orronghsch) reimt?